Weihnachten mit der Familie

Ich habe es nicht so mit Weihnachten. Ich bin überhaupt nicht religiös und die Kindheits-Erinnerungen an Weihnachten sind auch nicht sehr erfreulich. Trotzdem packe ich jedes Jahr kurz vor Weihnachten meine Sachen und fahre in die Pfalz zu meiner Mutter.
Keine Frage, ich verbringe gerne Zeit mit meiner Mutter und da sie auch noch Geburtstag hat in der Zeit ist der Besuch selbstverständlich. Leider kamen in den letzten Jahren immer mehr Verwandte und Angeheiratete aus der Versenkung dazu. Ein Teil davon braucht noch nicht mal eine Einladung. Die stehen einfach so auf der Matte und erwarten durchgefüttert zu werden. Ohne danach zu fragen, ob meine Mutter das überhaupt leisten kann.

Jahrelang hatte ich es geschafft Allen aus dem Weg zu gehen. Ich hatte auch durchaus meine Gründe dafür. Einige dieser Verwandten hatten auch keinen besonderen Wert darauf gelegt mit meiner Mutter oder mit mir Kontakt zu halten. Ganz im Gegenteil. Alte Familienstreitereien wie sie wahrscheinlich in vielen Familien vorkommen.
Nun scheint es so, dass mit fortschreitendem Alter solche Differenzen gerne beiseite gelegt werden. Grundsätzlich begrüße ich es natürlich wenn man es schafft Streit aus der Welt zu schaffen und sich wieder wie normale Menschen zu unterhalten. Aber mögen muss ich meine Familie deswegen nicht, oder?

Und so musste ich die letzten Tage mit Menschen verbringen, die mir im besten Falle nichts bedeuten, im schlimmsten Falle mir aber ziemlich auf den Wecker gehen. Es gibt tatsächlich Menschen, denen es gelingt nur verbalen Müll zu produzieren. Jeder Satz nur alberner Schwachsinn.
Ich fand das Alles sehr anstrengend. Kommt wahrscheinlich auch daher, dass ich diesen Clan übers Jahr nicht sehe und dafür an Weihnachten den Trubel in geballter Form über mich ergehen lassen muss.

Ich weiß, dass es viele gibt die jetzt sagen “aber das ist doch deine Familie, Familie muss zusammen halten, blablabla…”
Ist das wirklich so? Muss ich Familie ertragen, nur weil es Familie ist?
Nach meiner Erfahrung, kann ich mich auf gute Freunde mehr verlassen als auf die Familie.

Bitte nicht falsch verstehen. Das soll kein egoistisches, herzloses rumjammern sein. Aber für meine Mutter ist das auch nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen. Auch wenn sie Hilfe bekommt ist es anstrengend und manchmal halt auch einfach zu viel.
Seit diesem Jahr ist meine Mutter alleinstehend und hat keinen Partner mehr um den sie sich kümmern muss. Die Ausgangssituation fürs nächste Jahr ist daher eine Andere. Deswegen haben wir beschlossen, dass sie nächstes Jahr zu mir kommt und wir damit dem ganzem Stress aus dem Weg gehen.
Ich freue mich darauf.

Ihren neuen Mitbewohner kann sie natürlich auch mitbringen ;-)

hund

Dieser Beitrag wurde unter Persönliches abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>